MIME-Version: 1.0 Content-Type: multipart/related; boundary="----=_NextPart_01CC52E9.CD947D20" Bei diesem Dokument handelt es sich um eine Webseite in einer Datei, die auch als Webarchivdatei bezeichnet wird. Wenn Sie diese Nachricht erhalten, unterstützt Ihr Browser oder Editor keine Webarchivdateien. Laden Sie einen Browser herunter, der Webarchivdateien unterstützt, wie zum Beispiel Windows® Internet Explorer®. ------=_NextPart_01CC52E9.CD947D20 Content-Location: file:///C:/1D2D59D9/2011-07-02.Westfalen-Blatt.BesuchbeiTschaikowsky.htm Content-Transfer-Encoding: quoted-printable Content-Type: text/html; charset="windows-1252"
Westfalen-Blatt
Nr. 151,
2./3. Juli 2011 (Abschrift)
Besuch bei T=
schaikowsky
Auf dem Flügel im
Wohnhaus des Komponisten in Klin bei Moskau wird
heute noch gespielt
Von Dietmar Kempe
KIin (WB). Statistisch hört alle drei Minuten jemand Werke von Peter Tschaikowsky, hat die Weltkulturorganisation Unesco errechnet. Die Musik zu den Balletten »Schwanensee« und »Nussknacker« ist weltberühmt.
Sind einige der 159 Werke des Russen Allgemeingut geworden, ist der Mensch Tschaikowsky weniger geläufig. Wer wissen möchte, wie er gelebt hat, sollte=
sein·Wohnhaus in Klin 90 Kilometer<=
/span> südöstlich von Mos=
kau besuchen.
Modest, der Bruder des Komponisten, hat das Haus bereits ein Jahr nach Tschaikowskys Tod am 6. November 1893 zum Museum gemacht. »Das Ganze atmet noch Tschaikowskys Geist, bis auf wenige Ausnahmen sind es alles Originalgegenstände«, schwärmt der Schatzmeister der Tschaikowsky-Gesellschaft, Wolfgang Glaab, aus Offenbach. Seit 15 Jahren fährt er nach Klin. Bei deutschen Reiseveranstaltern wirbt er darum, nicht nur Moskau und St. Petersburg sondern auch die Kleinstadt dazwischen anzust=
euern.
Die Lage zwischen den Metropolen hielt Tschaikowsky für ideal. Zwischen den Konzerten in den Zentren konnte er sich im beschaulichen Klin sammeln, in Ruhe arbeiten, lesen, spazierengehen.=
Peter
Tschaikowsky war am 7. Mai 1840 in der russischen Provinz, in Votkinsk, geboren wo=
rden. Er sollte Jurist w=
erden,
besuchte die
Recht=
sschule
in St. Petersburg, entschied sich dann aber für die Musik=
. Fünf
Jahre=
lang studierte er am St. Petersburger Konservatorium bei Antonunterrichtete wenig später selbst in Moskau. Rubinstein und
Die reiche Witwe Nadeschda von Meck unterstützte Tschaikowsky 13 Jahre lang finanziell. Musik galt als brotlose Kunst. Beide trafen sich =
nie persönlich,=
schrieben <=
span
style=3D'font-family:"Arial","sans-serif";color:#393232'>nur Briefe. Tschaikows=
ky lebte
bereits seit 1885 in der Umgebung vo=
n Klin, ehe er schließlich im Frühjahr 1892 in das Haus im Stil einer Datscha einzog. Dort brachte Tschaikowsky nicht nur Noten zu Papier, sondern schrieb bis zu 20 Briefe am Tag. Zwischen 6 und 7 Uhr stand er auf, komponierte bis 13 Uhr. Nach dem Essen ging er bis zu drei·Stunden lang im Park spazieren. »Inspiration ist ein Gast, der die Faulen =
nicht mag«<=
span
style=3D'font-family:"Arial","sans-serif";color:#6C6866'>, sagte der disziplinierte Mann.
Seine emotionale Musik wollte nicht nur Russland hören. Acht Jahre lang gastierte er in Europas Konzerthäusern. Tschaikowsky selbst beherrschte sechs Sprac=
hen mal
mehr =
und mal weniger gut. Die Besucher des
Museums sehen viele Geschenke als Zeichen
An den Wänden des Hauses hängen keine Bilder, sondern Fotografien ganz in der Mode der Zeit, etwa von Tschaikowskys Vater, der selbst Flöte spielte. Bücher zeugen von Tschaikowskys Belesenheit. Er verschlang die Klassiker der russischen und westeuropäischen Literatur, betrachtete Lesen als »geistige Erfrischung«. Über die ungeklärten Umstände des Todes nach der Uraufführung seiner 6. Sinfonie in St. Petersburg erfährt man bei den Führungen durch das Museum nichts. Starb er an Cholera oder nahm er Gift, weil er die Anfeindungen wegen seiner Homosexualität nicht länger aushielt? »Man wird mich noch 70 Jahre kennen«. sagte Tschaikowsky. Er hat sich geirrt, das Museum hält die Erinnerung an ihn lebendig, und seine Werke sind unsterblich.