Es
gibt nur wenige Orte, ob in Russland oder im Ausland wo Tschaikowsky sich
aufhielt oder lebte, an denen Erinnerungen an den grossen
Komponisten Tschaikowsky sorgfältig bewahrt werden. Nichtsdestoweniger hat keiner
dieser Orte solch eine Anziehungskraft fuer Besucher
wie die alte Stadt Klin und ihre Umgebung, wo Tschaikowsky
die letzten acht Jahre seines Lebens verbrachte. Hier,
ca. 80 Kilometer nordwestlich von Moskau, zunächst
in den nahegelegenen Orten
Frolovskoe und Maidanovo und dann
in Klin selbst, schrieb Tschaikowsky viele seiner berühmten
Werke.
Das
Haus in Klin
wo Tschaikowsky im Mai 1892 sich niederliess und wovon er siebzehn Monate spaeter zu seinem letzten Konzert nach St. Petersburg aufbrach,
blieb erhalten und ist nunmehr seit etwa hundert Jahren in der Welt als P.I.Tschaikowsky
Haus - Museum in Klin bekannt.
Das
geräumige zweigeschossige Haus, das Tschaikowsky
anmietete, lag ziemlich ausserhalb des Stadtzentrums,
eingebettet in einem kleinen alten Park,
nahe der Strasse Moskau - St.Petersburg. Die
das Haus umgebende geheimnisvolle Weite der Natur, der sich dahin schlängelnde Fluss Sestra, Felder
durch Hügel und Dickicht unterbrochen und die Gewissheit,
dass niemand kommen würde um ihn bei der Arbeit,
beim Lesen oder Spaziergang zu stören, wirkten fördernd auf sein
kreatives Schaffen. Zu seinen letzten Kompositionen die er im Haus in Klin schuf, gehoerten auch das Konzert
Nr. 3 für Piano und Orchester und die Sinfonie
Nr. 6, von der der Komponist glaubte,
dass sie die beste und aufrichtigste
aller seiner bisher von ihm geschriebenen Kompositionen sei.
Obwohl
über hundert Jahre seit dem Tode von Tschaikowsky
vergangen sind, vermittelt das Haus nicht den Eindruck dass es ohne Leben
sei - es ist noch voller Leben dank der Musik die hier nie verstummte. Es
ist eine der Traditionen des Museums, dass zweimal im Jahr - am 7.Mai zum
Todestag und am 6. November zur Erinnerung - zauberhafte
Melodien, gespielt auf dem alten Becker-Fluegel, das Haus erfüllen
.An diesen musikalischen Zusammenkommen dabei zu sein, ist fuer
die besten Musiker eine grosse Ehre. Das Tschaikowsky-Museum
(Auszug
aus einer Jubilaeumsschrift des Tschaikowsky-Museums;
verfasst von Galina Belonovich; übersetzt
von Wolfgang Glaab)